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Musik-Tour: „Barden, Spuk und Gassenhauer“ in Kooperation mit der Band HAIRBALL REMEDY (ohne Anmeldung)

Datum/Zeit
Mittwoch, 20. Juli
20:00 - 21:45

Veranstaltungsort
"Am Predigertor", Ecke Rotteckring / Unterlinden

Kategorien


BARDEN, SPUK UND GASSENHAUER

Die musikalische Führung zusammen mit der Freiburger Band HAIRBALL REMEDY

Inhalt der Tour: (Stadt-)Geschichte mit Musik – das ist unser neues Tourenevent zusammen mit dem Trio HAIRBALL REMEDY. Wir reisen gedanklich und musikalisch in Freiburgs Vergangenheit. Komponisten wie LisztMendelssohn-Bartholdy oder Beethoven waren mit unserer Stadt verbunden. Wir beleuchten aber auch die jüdische Geschichte und feiern den 100. Geburtstag des „Lila Lieds“, der ersten Hymne der Homosexuellen.
Aber auch das Schicksal eines glücklosen Fuchses wird Thema sein ebenso wie das Leben eines Vagabundes. Und natürlich darf bei uns auch ein Gespenst nicht fehlen … Lassen Sie sich einfach überraschen …
Wir treffen uns „Am Predigertor“, Ecke Rotteckring / Unterlinden.

Dauer: Ca. 1,5 Stunden
Preis: 18 Euro / 17 Euro (erm.)

Bericht der Badischen Zeitung vom 14. September 2021, S. 20:

„EINE STADTFÜHRUNG, DIE IMMER DEN RICHTIGEN TON TRIFFT

Der Historix-Rundgang „Barden, Spuk und Gassenhauer“ verbindet Infos über Freiburgs Geschichte mit der passenden Live-Musik

Von Anja Bochtler

FREIBURG. Wo gibt es in Freiburg Spuren von Ludwig van Beethoven, Franz Liszt und anderen Musikern? Auch darum geht es in der ‚Musikalischen Tour‘ mit dem Titel ‚Barden, Spuk und Gassenhauer‘ im Stadtführungsangebot von Historix. Doch vor allem kombiniert die Tour interessante und kuriose Anekdoten aus der Freiburger Musik-Geschichte mit einem Einblick in das Repertoire der Band Hairball Remedy, die sich auf Songs zwischen Jazz, Blues und Swing und Klassiker konzentriert.

Als die Dämmerung hereinbricht, fängt am Predigertor alles an. Mit dabei im rund 30-köpfigen Publikum sind Freiburger wie Björn Filler, die neue Einblicke in die eigene Stadt gewinnen wollen, aber auch Touristinnen wie eine sechsköpfige Gruppe von einem Frauenstammtisch aus dem Allgäu. Statt Jahreszahlen wollen sie lieber Musik präsentiert bekommen. Und das passiert dann auch: Laura Schmid, Johannes Lackner und Jan Metzger legen mit Geige, Gitarre, Kontrabass und Gesang los, zunächst mit Liedern von der erfolglosen Jagd eines Fuchses im Wald und einer Vertonung der ersten Strophe des Nibelungenlieds. Das passt zu den Zeiten, als es das Predigertor nicht nur noch wie jetzt als Straßennamen gab: Im Mittelalter, als das Nibelungenlied entstand, war hinter dem Tor am Eingang zur Stadt viel Wildnis, sagt der Historix-Führer Hartmut Stiller.

Ein Stück weiter vor der jetzigen Thalia-Buchhandlung geht es dann um Ludwig van Beethoven: Denn hier lebte einst Ignaz von Gleichenstein, ein enger Freund und Manager des berühmten Komponisten. Ludwig van Beethoven habe den Freund irgendwann gebeten, ihm in Freiburg eine Frau zu suchen, erzähkl Hartmut Stiller. Doch als Ignaz van Gleichenstein Beethoven ein Treffen mit Therese, der Schwester seiner Frau Anna, vermittelt habe, sei das so unerfreulich verlaufen, dass die Freundschaft zwischen den Männern danach längere Zeit gekriselt habe. Während Beethoven im Sterben lag, sei Ignaz von Gleichenstein aber zu ihm nach Wien gefahren.

Auch in der Nähe vom Kornhaus am Münsterplatz gab es ein Haus mit guten Verbindungen zu einem bekannten Musiker: 1882 hat Franz Liszt bei der Bankiersfamilie Krebs übernachtet, die dort ihr Bankhaus hatte. Franz Liszt trat in der Museumsgesellschaft im Vorgängerbau des heutigen ‚Breuninger‘-Gebäudes auf. Und wie meist bei seinen Konzerten seien auch in Freiburg einige seiner Zuhörerinnen so fasziniert gewesen, dass sie in Ohnmacht gefallen seinen, sagt Hartmut Stiller.

Doch er erzählt nicht nur von einzelnen Prominenten, sondern auch Geschichten rund um die Musik in Freiburg:
Hinter dem Kornhaus, zwischen den Karstadt-Gebäuden präsentiert das Hairball-Remedy-Trio Kaffeehausmusik passend zum einstigen Caféhaus Kopf, das im 19. Jahrhundert immer sonntags zum Tanztee einlud. daran erinnert inzwischen nur noch die kleine Kopfgasse am Kornhaus.

Besonders wechselvoll war die Geschichte der Jüdinnen und Juden in Freiburg: Vor der Synagoge gibt’s einen kurzen Abriss von der Juden-Verfolgung während der Pest im 14. Jahrhundert, als die Verschwörungsmythen der damaligen Zeit zu Pogromen führten, bis zur Entstehung einer neuen Gemeinde nach der Verfolgung im Nationalsozialismus. Und natürlich ist Musik dabei: Die Band spielt ‚Bei mir bistu shein‘ (‚Bei mir bist du schön‘), den beliebten Song, der in den 1930ern für ein jüdisches Musical in New York geschrieben und dann an die Andrew Sisters verkauft wurde.
Es folgen noch etliche Einblicke, Anekdoten und Musikstücke, unter anderem mit einem Spaziergang durchs früher berüchtigte Quartier der Wolfshöhle in der heutigen schmucken Konviktstraße. Dort lebten Prostituierte, Arme, Ausgegrenzte und auch der Henker – und seine Nachbarin, die Besenbinderin Anna Schweizerin, die als erste Freiburgerin als Hexe hingerichtet wurde.“